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Weitergeleitet zu Urgeschichte
Die '''Urgeschichte''' (.

Die nachfolgende Frühgeschichte ist die Periode, in der zumeist indirekte Schriftquellen und archäologische Quellen gleichwertig zur Rekonstruktion des Geschichtsbildes Verwendung finden. Auf diese folgt die Geschichte im engeren Sinne, in der Erkenntnisse vor allem durch Auswertung schriftlicher Quellen erlangt werden und die materielle Kultur zusätzlich archäologisch erschlossen wird (Mittelalterarchäologie und Historische Archäologie).

Gliederung der Vorgeschichte

Die Urgeschichte bzw. Vorgeschichte wird 1836 erstmals von dem dänischen Archäologen Christian Jürgensen Thomsen in einem publizierten Dreiperiodensystem in Steinzeit, Bronzezeit und Eisenzeit gegliedert. Seine auf dänisch verfasste Schrift ''Ledetraad til nordisk Oldkyndighed'' erschien 1837 in deutscher Übersetzung.

Der älteste Abschnitt, die Steinzeit, wird in die Altsteinzeit und die mit der Entstehung der Landwirtschaft beginnende Jungsteinzeit gegliedert. Nur in Mittel- und Nordeuropa liegt dazwischen die Epoche der Mittelsteinzeit, die dem jüngeren Epipaläolithikum des Mittelmeerraumes entspricht. Erdgeschichtlich fällt die Altsteinzeit mit dem Pleistozän (Eiszeitalter) zusammen, die folgenden Epochen mit dem Holozän. Das Ende des Pleistozäns bzw. der letzten Eiszeit (Würm III) fand vor etwa zehn Jahrtausenden statt. Ein weiterer tiefer Einschnitt war die Entdeckung der Metallurgie (Kupferzeit). In den meisten Regionen kam es zunächst zur Verarbeitung von Gold und Kupfer und erst später zur Legierung von Bronze (Bronzezeit) und danach zur Eisenverhüttung (Eisenzeit). Durch die Fähigkeit, Metalle mit höheren Schmelzpunkten zu verarbeiten, konnten schließlich leistungsstärkere Werkzeuge und Waffen erzeugt werden, was den produzierenden Regionen erhebliche Vorteile verschaffte. Mit der Entwicklung der städtischen Hochkulturen und der Schrift, erstmals in Vorderasien (Sumer), vollzieht sich regional der Übergang von der Ur- zur Frühgeschichte.

Steinzeit

Die Steinzeit ist die früheste Epoche der Menschheitsgeschichte und durch die dominierende Überlieferung von Steinwerkzeugen gekennzeichnet. Sie begann ? nach heutigem Kenntnisstand ? mit den ältesten gefundenen Werkzeugen vor etwa 2,6 Millionen Jahren in Afrika.

Altsteinzeit

Die Altsteinzeit ? fachsprachlich '''Paläolithikum''', von ''lithos'' ?Stein? ? war die erste und längste Periode der Urgeschichte und bezeichnet in Afrika, Europa und Asien jeweils den ältesten Abschnitt der Steinzeit.

Geröllgeräte: ''Homo rudolfensis'' und ''Homo habilis''

Die an. Der Zeitabschnitt wird zumeist als Frühpaläolithikum bezeichnet.

Faustkeile: ''Homo erectus''

''Homo erectus'' lebte in jener Kultur, die als erreicht. Vor etwa 500.000 Jahren kam diese Technik auch nach Europa. Sie zeichnet sich durch beidseitig zugeschlagene Artefakte aus, die sehr sorgfältig gefertigt wurden.

''Homo erectus'' war so anpassungsfähig, dass er sich von Afrika über Vorderasien einerseits nach Indien, ins heutige China (Peking-Mensch) und nach Südostasien (Java-Mensch) ausbreiten konnte, andererseits nach Süd- und Mitteleuropa (Out-of-Africa-Theorie). Die späten Vertreter von ''Homo erectus'' ? sie werden jedoch häufig zu ''Homo heidelbergensis'' gestellt ? können bereits als Jäger und Sammler bezeichnet werden, da im Braunkohletagebau Schöningen in Niedersachsen acht hölzerne, mindestens 270.000 Jahre alte Wurfspeere (die ?Schöninger Speere?) entdeckt wurden.

Abschlaggeräte: ''Homo neanderthalensis''

In Europa entwickelte sich aus ''Homo erectus'' über die ''.

Höhlenmalerei: ''Homo sapiens''

Nicht aus den nach Europa und Asien ausgewanderten, sondern aus den in Afrika verbliebenen Populationen von ''Homo erectus'' entwickelte sich in Afrika ? zur gleichen Zeit, in der sich in Europa die Entwicklung von ''Homo erectus'' zum Neandertaler vollzog ? eine neue Menschenform, genannt ''Homo sapiens''. Sie breitete sich, beginnend vor ca. 100.000 Jahren, in einer zweiten Auswanderungswelle der Gattung ''Homo'' ebenfalls nach Asien und Europa aus und entwickelte sich zum Menschen der Gegenwart fort. Anhaltspunkte für eine aggressive Verdrängung des Neandertalers durch ''Homo sapiens'' sind nicht nachweisbar. In Europa könnten sich die beiden Arten vor 40.000 bis 35.000 Jahren begegnet sein.

''Homo sapiens'' verfeinerte die Methoden der Steinbearbeitung (Schmalklingenkulturen). Bemerkenswert sind die ersten Zeugnisse abstrakten (symbolischen) Denkens, das sich am prägnantesten in . Siehe dazu auch die Abbildung in The Japan Times vom 13. Januar 2002</ref>

Jungsteinzeit

Durch das Ende der letzten Eiszeit verschoben sich die Klimagürtel der Erde nach Norden; im Gebiet des Fruchtbaren Halbmonds in Vorderasien entstand vor ca. 12.000 Jahren erstmals die Landwirtschaft (nach neueren Schätzungen gab es erste Anfänge evtl. sogar vor 15.000 Jahren). Die Domestikation von Tieren und Pflanzen brachte tiefgreifende sozio-ökonomische Veränderungen mit sich, weshalb auch seit dem Archäologen Vere Gordon Childe von der ?Neolithischen Revolution? gesprochen wird. Es gab einige weitere unabhängige Entstehungszentren der Landwirtschaft (zum Beispiel Südchina, Südamerika). Von diesen Zentren breiteten sich die Neuerungen mehr oder weniger schnell aus (nach Mitteleuropa gelangten sie vor ca. 7000 Jahren). Weitere Merkmale der Jungsteinzeit sind die Sesshaftigkeit und die Herstellung von Keramik. Auch in der Steintechnologie gab es Neuerungen; man entdeckte den Schliff von Stein. Die wichtigsten sozialen Auswirkungen der Landwirtschaft sind darin zu sehen, dass durch die höhere Produktivität nicht nur die in der Landwirtschaft tätigen Menschen ernährt werden konnten. Es kam zur Spezialisierung der verschiedensten Berufsgruppen (horizontale Differenzierung) und zur Entstehung von Herrschaft, zunächst in Häuptlingsreichen, dann in Staaten (vertikale Differenzierung).

Kupfersteinzeit

Der Zeitabschnitt zwischen der Jungsteinzeit und der frühen Bronzezeit, in dem Menschen mit dem Kupferbergbau begannen und grundlegende Techniken der Metallurgie erfanden, wird Kupfersteinzeit, ''Chalkolithikum'' oder ''Äneolithikum'' genannt. Kupfer bleibt jedoch knapp und Steinwerkzeuge herrschen weiterhin vor. Ötzi, die Leiche des Mannes vom Tisenjoch, stammt aus der mitteleuropäischen Kupfersteinzeit und hatte ein Beil bei sich, dessen Klinge aus 99 % Kupfer aus dem Salzburger Land besteht.

Bronzezeit

Bronze, eine metallurgische Legierung von 90 % Kupfer mit 10 % Zinn, wurde im Ende des 4. Jahrtausend v.?Chr. erfunden. Sie ist weitaus härter und schnitthaltiger als Kupfer und gibt der Epoche ihren Namen. In Israel ist Bronze ab 3300 v. Chr. belegt. Die Bronzezeit endet in Kleinasien ab 1700 v. Chr. und im Mittelmeerraum spätestens um 1200 v. Chr. mit dem Gebrauch verhütteten Eisens. In Mitteleuropa beginnt die Bronzezeit erst ab 2200 v. Chr. und reicht noch bis 800 v. Chr. Die Hebräer hatten vor allem Bronzewaffen und eroberten Kanaan und die griechischstämmigen Pelischti an der Küste des später nach ihnen benannten historischen Palästina, welche vor allem Eisenwaffen hatten.

Eisenzeit

Seit dem späten 4. Jahrtausend v. Chr. ist Eisen als Werkstoff bekannt. Die erste schriftliche Erwähnung von Eisen findet sich auf in großem Maße verarbeitet und breitete sich sukzessive über die bekannte Welt aus.<ref>
Christopher Pare: ''Frühes Eisen in Südeuropa: Die Ausbreitung einer technologischen Innovation am Übergang vom 2. zum 1. Jahrtausend v. Chr''. In: Elena Miro??ayová, Christopher Pare, Susanne Stegmann-Rajtár (Hrsg.): ''Das nördliche Karpatenbecken in der Hallstattzeit. Wirtschaft, Handel und Kommunikation in früheisenzeitlichen Gesellschaften zwischen Ostalpen und Pannonien'' (Budapest Archaeolingua Alapítvány 2017) ISBN 978-6155766008 S. 14?20 Online verfügbar (PDF)</ref>

Technische Entwicklungsgeschichte

Erfindungen vor ''Homo sapiens''

Werkzeuggebrauch wurde bei vielen Primaten beobachtet. Am Anfang der Technikentstehung bei den Vorfahren des Menschen stand also die ? zunächst wenig ausgefeilte ? Werkzeugbearbeitung; von besonderem Interesse ist die Bearbeitung in zeitlichem Abstand von der Werkzeugbenutzung (eine Vorfertigung), was bei Primaten nicht beobachtet werden konnte (außer dem Zurücklegen bereits positiv eingesetzter Materialien). Während Steine als Werkzeuge sogar namensgebend für die technologische Epoche wurden und seit 2,5 Millionen Jahren nachweisbar sind (siehe Steinzeit), so gibt es keinen Grund, anzunehmen, damalige Menschen hätten andere Materialien in ihrer Umgebung nicht verwendet, auch wenn es archäologisch aus der Frühzeit nicht nachweisbar ist (Holz, Knochen, Häute, Pflanzenschalen). Anfänglich erstreckte sich die Benutzung eher auf Wurfsteine, Steine als Amboss oder als Hammer, sowie Schlag- und Stützstöcke. Der Neandertaler und ''Homo sapiens'' fertigten aus ausgesuchten Steinen hochspezialisierte Speere und Keilmesser an.

Ein weiterer Impuls ging von der Beherrschung des als Klebstoff zum Beispiel um Werkstücke (Speerspitze an Speerschaft) zuverlässig zu verbinden.

Angehörige der Gattung ''Homo'' konnten bereits Hütten bauen.

Die Befähigung des ''Homo sapiens'' zum Handel erkennt man daran, dass er Feuerstein (auch entfernten Ursprungs) standardmäßig nutzte und sich auch fernab der Küsten mit Muschelketten schmückte. Die Steinwerkzeuge des Neandertalers mögen denen des modernen Menschen äußerlich ähneln, aber das Material des Neandertalers ist immer regionaler Herkunft.

Erfindungen während der Eiszeit

Die Erfindung der Nadel kam nach dem vermuteten Aufbruch aus Afrika während der Eiszeit bald hinzu.

Vor etwa 35.000 Jahren wurde die (Höhlen-)Malerei im Süden Frankreichs entwickelt ( entwickelt.

Erfindungen nach der Eiszeit

Nach Ende der Eiszeit, etwa vor 10.000 Jahren, gelang vermutlich an verschiedenen Orten unabhängig voneinander (in Syrien und China) der Anbau von Grassamen. Entwicklungen in Süd- und Mesoamerika folgten viel später. Zuvor oder parallel zur Domestikation der Pflanzen erfolgte die Domestikation von Tieren, als lebend bevorrateter Fleischlieferant (zur Chronologie siehe Domestizierung). Infolge der Sesshaftigkeit entstanden vorübergehend größere Siedlungen (Jericho, Çatalhöyük).

An verschiedenen Orten der Welt wurde, insbesondere nach Rückzug der Gletscher, in den Kreide- und Juraablagerungen Feuerstein gewonnen, neben Obsidian ein besonders wichtiger Rohstoff.

Die Erfindung der Töpferdrehscheibe erfolgte vielleicht vor oder parallel zur Erfindung des .

Siehe auch

Literatur

  • (Hrsg.): ''Die Welt vor 600. Frühe Zivilisationen'' (Geschichte der Welt, Band 1). C. H. Beck, München 2017, ISBN 978-3406641015, S. 42?262.
  • Hermann Parzinger: ''Die Kinder des Prometheus. Eine Geschichte der Menschheit vor der Erfindung der Schrift.'' 5., durchgesehene Auflage. C. H. Beck, München 2016, ISBN 978-3-406-66657-5.
  • Siegmar von Schnurbein (Hrsg.): ''Atlas der Vorgeschichte. Europa von den ersten Menschen bis Christi Geburt.'' Theiss Verlag, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-8062-2105-3.
  • Martin Kuckenburg: ''Vom Steinzeitlager zur Keltenstadt ? Siedlungen der Vorgeschichte in Deutschland.'' Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 2005, ISBN 3-8062-1446-8.
  • Christiane Althoff: ''»Die Ergebnisse der vorgeschichtlichen Forschung sind das alte Testament des deutschen Volkes«. Ur- und Frühgeschichte in den Schulen des Dritten Reiches''. In: Christiane Althoff/Jochen Löher/Rüdiger Wulf (Hrsg.): ''Auch du gehörst dem Führer. ?Nationalpolitische Erziehung? in den Schulen der NS-Diktatur. Ein Buch zur Ausstellung im Westfälischen Schulmuseum Dortmund.'' Dortmund 2003, ISBN 3-00-005838-9.

Weblinks

Einzelnachweise